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Stallhorror, Transporthorror und Schlachthorror in der Massentierhaltung stoppen

 

Wie schlimm wir mit unseren Schweinen umgehen 

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Das Interview mit Tierschützer Hannes Jaenicke zur ZDF-Dokumentation

von Martina Zöllner

Hannes Jaenicke, 62, ist ein deutsch-amerikanischer Schauspieler, Synchronsprecher, Hörbuchsprecher, Autor, Tierschützer und Umweltaktivist. So steht es gleich am Anfang auf Wikipedia geschrieben, wenn man sich über Hannes Jaenicke informieren will. Doch Hannes Jaenicke ist weit mehr, um ihn und seine Arbeit mit einem Satz zu beschreiben. So engagiert er sich vor allem auch für den Tier- und Umweltschutz und drehte in diesem Zusammenhang zahlreiche Filme und Dokumentationen. „Hannes Jaenicke: Im Einsatz für das Schwein“, heißt so eine Dokumentation, die das ZDF am 31. Mai. 2022 um 22.15 Uhr ausstrahlt (In der ZDF -Mediathek schon am Montag, 30.Mai. 2022, um 22.15 Uhr, zu sehen).

++++ AKTUALISIERT am 30.10.2023 siehe Link zur Sendung am Ende dieses Interviews  +++++

Ich habe dazu mit Hannes Jaenicke gesprochen. Was Hannes Jaenicke von den wohl intelligentesten Säugetieren dieser Erde hält und warum Schweine sogar auf ihren Namen hören und Freundschaften schließen können.

Dabei habe ich Hannes Jaenicke auch Fragen gestellt, warum gerade das Schwein in unserer Gesellschaft  unter solch schlimmen  Haltungsbedingungen in der Schweinezucht leiden muss und warum es den rund 23 Millionen Schweinen in den Massenställen noch immer so „dreckig“ geht und wir Menschen es immer noch nicht verstanden haben, wie wertvoll das Schwein für uns alle und die Evolution ist.

 

Martina Zöllner: Welche perfiden Methoden der Massentierhaltung spielen sich bei der Schweinezucht von Geburt der Tiere in den Ställen, bei den Lebendtransporten ins Ausland und bis zum Tod in den Schlachthöfen ab? Welche Schlachtmethoden kommen zum Einsatz? 

Hannes Jaenicke:  Die Liste ist endlos. Grundsätzlich werden in der Schweinezucht seriell sämtliche Gesetze gebrochen, die es zum Thema Massentierhaltung gibt. Das fängt beim viel zu engen Kastenstand an und hört bei den Transporten nicht auf.  Da die Schweinfabriken in Deutschland aber durchschnittlich nur alle 17 (!) Jahre kontrolliert werden, und diese Kontrollen auch noch angekündigt werden, kann man sich vorstellen, wie es den Tieren ergeht. Tierwohl ist uns Deutschen schlicht und einfach völlig egal. Und was Unternehmer wie Clemens Tönnies so treiben ist dank zahlreicher Skandale, Dokus und Berichte hinlänglich bekannt.

 

Martina Zöllner: Nach dem Tod der Tiere erinnert nichts mehr an der Ladentheke an das Leid der Tiere. Würde man den Verbraucher mehr sensibilisieren wenn unsere Schlachthäuser aus Glas wären?  

Hannes Jaenicke: Definitiv ja. Neuerdings haben ja sogar die Tiertransporter auf deutschen Autobahnen schon Sichtschutz, damit man bloß nicht mehr sieht, wie die Tiere zusammengepfercht durch die Gegend gekarrt werden. Am besten wäre es, wenn jede 10. Klasse in Deutschland mal einen Ausflug in eine Massentierhaltungs-Anlage und Schlachtfabrik machen würde. Das ist ein Vorschlag von Richard David Precht den ich genial finde.

 

Martina Zöllner: Was wünschen Sie sich von der Politik? Warum hat man den Eindruck, dass sich die Politik ständig im Urlaub befindet, sich viel zu wenig bewegt zum Thema Tierwohl?  

Hannes Jaenicke:  Jetzt haben wir zum Glück ja einen grünen Landwirtschafts-Minister, der wie ich Vegetarier ist. Ich bin also guter Hoffnung. Aber Cem Özdemir hat von seiner Vorgängerin ein Ministerium übernommen, für das die Vokabel ‚Saustall’ eine Beleidigung für jedes Schwein wäre. Und diesen Saustall muss er jetzt ausmisten, ich wünsche ihm dabei jeden erdenklichen Erfolg.

 

Martina Zöllner: Welche Rahmenbedingungen können und müssen von der Politik sofort geändert werden?  

 Hannes Jaenicke:  Noch so eine Endlos-Liste. Zunächst muss die verminderte Mehrwertsteuer für Fleisch auf die üblichen 19% angehoben werden. Dann brauchen wir schleunigst eine intelligente CO2-Bepreisung, sodass CO2-intensive Produkte teurer werden, und solche mit geringem Ausstoß billiger. Die bestehenden Gesetze müssen endlich umgesetzt und eingehalten werden, wie z.B. das Jahrzehnte-alte Verbot des Kastenstands. Der Antibiotika- Missbrauch in der Massentierhaltung muss aufhören, dort werden dreimal soviel Antibiotika eingesetzt wie in der deutschen Human-Medizin.

Gleiches gilt für die barbarischen Tiertransporte. Um es kurz zu machen: Fleisch muss wieder einen Wert bekommen, es muss ein Event sein, es zu essen. Zurück zum  guten alten Sonntagsbraten, wäre ein Motto.

 

Martina Zöllner: Reden wir über Fleischkonsum, müssen wir auch über Lebensmittel-verschwendung reden. Tiere, die umsonst sterben, um in der Tonne zu landen. Wir sprechen von vier Millionen Schweinen, die im Müll landen! Was ist zu tun?

Hannes Jaenicke: Wie gesagt, Fleisch ist zu billig, weil es unter permanentem Gesetzesbruch industriell produziert wird. Frankreich hat Lebensmittelvernichtung mittlerweile unter teure Strafen gestellt. Warum machen wir das nicht? Wir geben in Deutschland jährlich 5,6 Milliarden für Hundefutter und –Accessoires aus, aber bei Nutztieren und beim Fleisch gilt weiterhin eisern: Geiz ist geil.  Hätten wir eine Fleisch-Steuer und Fleischprodukte einen angemessenen Preis käme niemand auf die Idee, es wegzuschmeißen.

 

Martina Zöllner: Verbraucher sollten auch unbedingt über die Zusammenhänge der Schweineindustrie aufgeklärt werden, dass auch andere Tiere fürchterlich leiden. Ich denke da an die grausamem Blutfarmen wo schwangeren Pferden literweise Blut abgezapft wird um daraus das Hormon PMSG (Pregnant Mare Serum Gonadotrobin) zu gewinnen. Für was wird das genau in der Mast gebraucht?   

Hannes Jaenicke: Die Gewinnung von PMSG findet hauptsächlich in Südamerika an Stuten statt und gehört zum Brutalsten und Perversesten, was die Massentierhaltung vorzuweisen hat. Das Mittel  dient der totalen Industrialisierung der Fleischproduktion und wird eingesetzt, damit die Ferkel möglichst früh und zeitgleich geschlechtsreif werden. Auch wird es den Muttersauen gespritzt, damit sie schneller wieder schwanger werden, gleichzeitig künstlich besamt werden können und die Ferkelgeburt präzise planbar ist. Diese Sauen sind lebende Gebärmaschinen, die im Kastenstand ihr ganzes Leben lang nicht einmal aufstehen können. 

 

Martina Zöllner:  Thema Gesundheit. Die vielen Tonnen Antibiotikum die in der industriellen Massentierhaltung zum Einsatz kommen sind eine Gefahr für Mensch, Tier und Umwelt. Können sie uns die Kausalitäten erläutern? 

 Hannes Jaenicke: Je mehr Antibiotika eingesetzt werden umso mehr resistente Erreger entstehen, sodass bei immer mehr Menschen Antibiotika im Krankheitsfall nicht mehr wirken. Laut WHO sterben jährlich jetzt schon ca. 1,5 Millionen Menschen weltweit an resistenten Krankheitserregern.

 

Martina Zöllner: Was bedeutet Separatoren – Fleisch? Was wird dem Verbraucher denn da möglicherweise untergejubelt? 

  Hannes Jaenicke: Das sind Fleischabfälle, die nach der kompletten Verarbeitung des Tieres aus Knochen, Sehnen und daran hängenden Fleischresten verarbeitet werden. Es gilt nach EU-Verordnung nicht als reguläres Fleisch. Es ist ein Brei aus Schlachtabfällen und wesentlich billiger als Muskelfleisch.

  

Martina Zöllner: Wie kann man das ganze System transparenter machen? Was gibt es für Möglichkeiten ?

 Hannes Jaenicke: Endlos-Liste! Tierhaltung streng kontrollieren, Kastenstand verbieten, Fleischsteuer einführen, Langstrecken-Transporte verbieten, Tierfabriken verbieten, Agrar-Lobby, Tönnies und Co. wegen massenhaften Gesetzesbrüchen vor Gericht stellen u.v.m. Und unbedingt Organisationen wie Friedrich Müllu’s‚ Soko Tierschutz’ unterstützen, die haben wir auch in unserem Film.

 

Martina Zöllner: Für was gibt es Tierschutzgesetze, wenn sie doch nicht eingehalten werden ? 

Hannes Jaenicke: Das sollte man unsere Regierung, unsere Justiz, die Veterinärämter, und die Polizei fragen. Bei Falschparken, TÜV, oder der Abstandregelung bei Windrotoren sind wir ja auch unglaublich streng. Bei Tierschutz-Gesetzen gucken alle weg.

 

Martina Zöllner: Müssen wir alle erst Veganer werden, um unseren Planeten und die Tiere zu retten? Ein Umdenken scheint schon stattgefunden zu haben. Der Fleischkonsum reduziert sich. Ist dies ein Schritt in die richtige Richtung? 

 Hannes Jaenicke: Natürlich. Ich sage ja nicht dass wir alle jetzt vegan leben sollen. Aber die Rückkehr zum nachhaltig und tierfreundlich produzierten Sonntagsbraten ist dringend angesagt. Wir reden ständig vom Verkehr als CO2-Schleuder, dabei produziert die Fleischproduktion wesentlich mehr CO2 als der gesamte weltweite Verkehr.

 

Martina Zöllner: Ist Wildfleisch eine Alternative?

Hannes Jaenicke: Für mich als Vegetarier natürlich nicht. Auch dem Verzehr von Wild geht ein Tötungsakt voraus, den ich überflüssig und unmoralisch finde.  Irgendwo steht geschrieben „Du sollst nicht töten“, ich versuche mich daran zu halten.

  

Martina Zöllner: Haben Tiere eine Seele?

Hannes Jaenicke: Jeder Hunde- oder Katzenbesitzer weiß, dass Tiere eine Seele haben. Schweine gehören zu den sozialsten, intelligentesten, sensibelsten Tieren, das beweist schon das Clever Pig Lab der Wiener Uni, bei dem wir gedreht haben. Und sie sind uns nicht nur was ihre DNA betrifft so ähnlich, dass man ihre Organe beim Menschen transplantieren kann, so geschehen im Jahr 2022 bei einer Herztransplantation in den USA.

 

Martina Zöllner: Ich bedanke mich sehr für Ihre Zeit und das Interview. Ich wünsche Ihnen weiter sehr viel Erfolg mit ihren Projekten. 

Links und weitere Infos rund um das Leid von Tieren

Tiertransporte:

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.peta.de zu laden.

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Tierleid: https://www.bing.com/videos/search?q=Tierleid&qpvt=Tierleid&FORM=VDRE

Massentierhaltung: https://www.badenova.de/blog/massentierhaltung/

 

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Hier die ZDF – Doku von und mit Hannes Jaenicke

++++ AKTUALISIERT am 30.10.2023  +++++

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Ferkel aus eigener Zucht auf Hof Birkeneck. Quelle/Foto: ZDF und Markus Strobel

 

Hannes Jaenicke und die Wissenschaftlerin Marianne Wondrak und KuneKune Schweine im Clever Pig Lab in Österreich. Quelle/Foto: ZDF und Moritz Geiger

 

 

Hannes Jaenicke mit der Wissenschaftlerin Marianne Wondrak bei den Schlafhütten der KuneKune Schweine im Clever Pig Lab in Österreich. Quelle/Foto: ZDF und Dirk Sommer.

 

Hannes Jaenicke (l.) und Schweinehalter Ralf Remmert (r.) in einem neuartigen Familienhaltungsstall für Schweine in Brandenburg.

 

Hannes Jaenicke (r.) und Richard David Precht (l.) in einem Schlachthaus. Quelle/Foto: ZDF und Markus Strobel.

 

 

Hannes Jaenicke mit Freiland Duroc Schweinen auf Hof Birkeneck. Quelle/Fotos oben rechts u. unten: ZDF u. Moritz Geiger.

 

Meine Printbeiträge

zum Thema Massentierhaltung und weitere Beiträge über die Arbeit des Schauspielers und Tierschützers Hannes Jaenicke.

(Pdf – Seiten  unter Martina Unser Planet – Tiere & Umwelt (martinazoellner.com)   zum download)

 

Massentierhaltung

Deutsches Tierschutzbüro  (Standort Berlin)

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.tierschutzbuero.de zu laden.

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Wildtiere in Afrika schützen

Les Carlisle | &Beyond Group Conservation Manager (andbeyond.com)

 

 

Im Einsatz für den Lachs, ZDF-Doku

ASC-Fischsiegel für Lachs – Deutsche Stiftung Meeresschutz (stiftung-meeresschutz.org)

Der Aquaculture Stewardship Council (ASC) (wwf.de)

Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. – Homepage – GRD (delphinschutz.org)

 

 

Ich danke der Gesellschaft zur Rettung der Delphine für die aktuellen Informationen zum Thema Delphinsschutz . Und an der Teilnahme unserer Sondersendung Arthaustalk Ökologisch .
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Martina Zöllner : Unser Planet 🌍ℹ️

 

Interview mit Daniel Roesner, Schauspieler und Naturschützer

 

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